Seite auswählen

Heute habe ich eine kleine Übung für dich, um zu erfahren, wie es ist, ohne Wertung durchs Leben zu gehen! Warum ist das wichtig?

Wir haben in unserem Leben (leider) gelernt, alles und jedem eine  Wertung zu geben. Das geschieht ganz automatisch und es ist uns gar nicht bewusst, weil es sich völlig automatisiert hat. Was ist so schlecht daran, willst du vielleicht wissen? Nun ja, erst mit einer Wertung, indem du etwas als gut oder schlecht klassifizierst, entsteht in dir gute oder schlechte Stimmung. Das heißt je nachdem wie du etwas bewertest, geht es dir gut oder schlecht. Hörst du auf zu werten, befreist du dich aus diesem Kreislauf und du hast die Chance selbst zu entscheiden, wie es dir geht.

Und so geht die Übung:
Stell dir bitte vor, du wachst in der Früh auf und du hast alles vergessen, was du jemals gelernt hast. All deine Erfahrungen in Bezug auf deine Mitmenschen, Beziehungen zu ihnen, das Leben, das Wetter, deine Arbeit sind einfach nicht mehr vorhanden. Du musst dir ja nicht gleich einen schlimmen Unfall vorstellen, der dazu geführt hat. Stell dir vor, du hast die Möglichkeit, diese Erinnerungen und Erfahrungen einfach abzuschalten, für einen bestimmten Zeitraum. Und dann gehe durch deine Welt und versuche die Erfahrung zu machen, die du als Baby schon gemacht hast, als du begonnen hast die Welt zu entdecken.
Geh auf deinen Partner oder deine Kinder zu und betrachte sie mit den Augen eines kleinen Kindes. Beobachte wie sie aussehen und wie sie sich verhalten. Entdecke sie ganz neu und misch dich nicht ein. Lass es sein, darüber zu urteilen, ob du das gerade gut findest, was sie tun oder nicht. Einfach nur beobachten.
Betrachte auch die Dinge in deinem zu Hause ohne sie zu bewerten. So als wärst du ein kleines Kind, dass auf Entdeckungstour geht. Du kannst dich nicht mehr daran erinnern, wie sich die Dinge anfühlen. Nimm die Glasvase in die Hand und spüre einfach nur wie sie sich anfühlt. Spüre die kalte und glatte Oberfläche. Nicht mehr und nicht weniger.
Sieh beim Fenster raus oder geh vor die Tür. Was spürst du, was riechst du? Fühlst du die Kälte der Luft oder die Wärme der Sonne? Riechst du die blühenden Büsche oder die Abgase eines vorbeifahrenden Autos? Nimm alles wahr, was du hörst, riechst, fühlst. Was möchtest du jetzt tun? In die Lacke springen und das laute platschen hören? Die Arme ausbreiten und die Sonne genießen? Die Augen schließen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören? Tue es! Denn du hast ja vergessen, dass deine Mutter gesagt hat, dass Regenwetter grauenhaft ist. Oder dein Vater, der gesagt hat, du sollst dich beeilen, es ist keine Zeit zum trödeln. Du hast alles einfach vergessen. Vielleicht machst du ja diese Erfahrung heute überhaupt erst zum ersten Mal, weil es deine Eltern gar nie zugelassen haben. Mach eine ganz neue Erfahrung, ohne diese Stimme im Hintergrund. Erinnere dich, du hast sie einfach ausgeschalten.
Als nächstes mach deine Arbeit (das solltest du vielleicht nicht vergessen 😉 ), aber versuche herauszufinden, wie du dich dabei fühlst. Spüre einfach nur, wie es sich anfühlt deine Arbeit zu erledigen. Wie fühlt es sich an, den Abwasch zu erledigen. Wie sitzt es sich auf deinem Bürostuhl, welche Geräusche nimmst du wahr. Erledige deine Arbeit in vollem Bewusstsein was du gerade tust, anstatt dich damit zu beschäftigen, ob du das was du tust gerne tust oder nicht, so wie du es vielleicht früher getan hast. Nimm jede Bewertung zu dir zurück, auch wenn sie positiv war. Tue es einfach mit deiner vollen Aufmerksamkeit. Als hättest du es noch nie vorher getan. Sei ganz im Hier und Jetzt!
Vielleicht magst du auch hinausgehen und fremde Menschen betrachten. Die, wo du vielleicht normalerweise gar nicht so genau hinschauen magst. Menschen, die eine andere Hautfarbe haben, oder bettelnd am Straßenrand sitzen. Schaue einfach nur hin, wie ein kleines Kind, das keine Scheu hat und vor allem keine Vorurteile. Was kannst du sehen und was fühlst du in dir, wenn du das betrachtest. Gib dem ganzen keine Wertung, nimm es einfach nur wahr. Das was du fühlst, hat immer mit dir selbst zu tun, nicht mit deinem Gegenüber. Lass dich darauf ein und entdecke es!

Je länger und öfter du das tust, umso klarer wird dir werden, wie oft du in deinem Leben wertest und was das mit dir macht. Und auch mit den Menschen in deiner Umgebung. Je nachdem was du als Kind erfahren hast, fällt deine Wertung aus. Es hat also gar nichts mit deinem heutigen Ich zu tun und du machst das nicht einmal bewusst. Es ist einfach über viele Jahre hindurch antrainiert, immer wieder wiederholt, so lange, bis es sich verselbstständigt hat. Und plötzlich fühlst du dich schlecht oder auch gut, und du hast keine Ahnung wieso. Du läufst durchs Leben und bist dir nicht bewusst, was du tust. Wirst du dir dessen bewusst, darf Klarheit in dein Leben kommen. Wer klar ist, der hat sein Leben und seine Entscheidungen in der Hand und ist keine Marionette seiner Programmierungen. Und dieser Zustand ist absolut erstrebenswert. Das kann ich dir aus vollem Herzen aus eigener „Erfahrung“ bestätigen. Lass dich ein auf einen Weg in deine Selbstbestimmung!

Ich wünsche dir bei dieser Übung viel Spaß und viele Erkenntnisse und würde mich freuen, wenn du mir in einem Kommentar davon berichtest!

Herzlichst

Petra Soreia